27.07.26
Badi, Aare, Rhein: Sommerbaden im Trockensommer 2026
Es gibt diesen einen Moment im Hochsommer, an dem die Schweiz kollektiv beschliesst, dass jetzt Schluss ist mit Büro, Terminen und Vernunft: wenn das Thermometer über dreissig Grad klettert und die halbe Stadt mit dem Badetuch unter dem Arm Richtung Wasser zieht. Doch dieser Sommer ist anders. 2026 wird dem «Wasserschloss Europas» das Wasser knapp – und das verändert auch die Art, wie wir baden.
Trockensommer 2026: Wenn dem Wasserschloss das Wasser ausgeht
Seit dem Frühling herrscht laut dem Bundesamt für Umwelt (BAFU) besonders im Mittelland eine ausgeprägte Trockenheit: Es fiel deutlich weniger Regen als im langjährigen Durchschnitt, und es war oft wärmer als üblich. Die Folgen sind messbar. Viele Flüsse im Mittelland und in den Voralpen führen tiefe bis sehr tiefe Abflussmengen – Werte, wie sie statistisch nur alle zwei bis zehn Jahre auftreten, teils noch seltener. Auch die grossen Ströme Rhein, Aare, Limmat und Reuss liegen unter dem Durchschnitt. Wie ernst die Lage ist, zeigt die Schifffahrt: Frachtschiffe auf dem Rhein können wegen des Niedrigwassers nicht mehr voll beladen werden.
Die Seen erzählen dieselbe Geschichte: Der Bodensee hat den tiefsten je gemessenen Stand erreicht, der Zürichsee den tiefsten Juli-Stand seit 1951. Und die Emme ist bei Aefligen Ende Juli über weite Strecken schlicht verschwunden – zurückgeblieben ist ein steiniges Bett mit einzelnen Tümpeln, in denen Fische ums Überleben kämpfen.
Wusstest Du? Die Aare in Bern und die Reuss in Luzern waren Ende Mai 2026 erstmals seit Messbeginn schon über 20 Grad warm – und im Juni meldete laut BAFU über ein Viertel aller Messstationen neue absolute Höchstwerte bei der Wassertemperatur. Was sich beim Schwimmen angenehm anfühlt, bedeutet für Fische Stress: Warmes Wasser enthält weniger Sauerstoff.
Aare- und Rheinschwimmen: Was sich diesen Sommer ändert
Die gute Nachricht zuerst: Das Bad in der Aare beim Marzili in Bern und das Rheinschwimmen mit dem Wickelfisch in Basel sind weiterhin möglich – die grossen Flüsse führen genug Wasser zum Schwimmen. Aber der Trockensommer verändert die Bedingungen, und wer sie kennt, ist sicherer unterwegs.
Untiefen, wo letztes Jahr noch Wasser war: Tiefe Pegel bringen Kiesbänke und Felsen näher an die Oberfläche. Der Sprung, der im letzten Sommer problemlos war, kann dieses Jahr böse enden. Deshalb: nie kopfvoraus ins Unbekannte, Wassertiefe zuerst prüfen – oder am markierten Einstieg gemütlich ins Wasser gleiten.
Ein- und Ausstiege verschieben sich: Mit dem Wasserstand wandern auch Kiesbänke und Strömungen. Verlass Dich nicht auf die Erinnerung vom letzten Jahr, sondern auf die markierten Stellen – und wirf vor dem Schwumm einen Blick auf die aktuellen Abfluss- und Temperaturdaten, für die Aare etwa beim BAFU oder in der Aare-Guru-App.
Die Grundregeln gelten erst recht: Nur dort einsteigen, wo Du den Ausstieg bereits siehst, nie allein schwimmen, nie mit vollem Magen oder nach Alkohol – daran ändert auch rekordwarmes Wasser nichts.
Exkurs: Rücksicht – die Baderegel des Sommers 2026
In kleinen und mittleren Bächen und Flüssen geht es für Forellen und Äschen derzeit ums Überleben: Die verbleibenden kühlen Tümpel und tiefen Stellen sind ihre letzten Rückzugsorte. Wer sich ausgerechnet dort abkühlt, Steine verschiebt oder kleine Dämme baut, nimmt den Tieren buchstäblich den Sauerstoff. Der Kanton St. Gallen misst an 60 Prozent seiner Stationen Niedrigwasser und hat einzelne Gewässer deshalb vorübergehend ganz gesperrt, etwa den Aabach in Schmerikon; andernorts fischen Behörden bedrohte Bestände ab und siedeln sie um. Darum: Betretungsverbote respektieren, Restwasser-Tümpel den Fischen überlassen und zum Abkühlen auf die grossen Flüsse, die Seen oder die Badi ausweichen. Und wer am Ufer grillieren will: Praktisch in der ganzen Schweiz herrscht hohe bis sehr hohe Waldbrandgefahr – vorher unbedingt die lokalen Feuerregeln prüfen.
Die Badi: verlässliche Klimaanlage des Schweizer Sommers
Womit wir bei der guten alten Badi wären. «Gömmer id Badi?» gehört zum Schweizer Sommer wie das Cervelat zum Grillrost – und in diesem besonderen Jahr ist die Quartier-Badi vielleicht die vernünftigste Art zu baden: gechlortes Wasser statt Fischlebensraum, Sprungturm mit garantierter Wassertiefe und Pommes an der Kiosk-Theke inklusive. In einem Sommer, in dem einzelne Gemeinden bereits zum Wassersparen aufrufen, gilt nur eines auch hier: Die Dusche nach dem Schwumm darf ruhig kurz ausfallen.
Was in keiner Badi-Tasche fehlen darf
Der perfekte Badi-Tag lebt von den kleinen Dingen. Ein schnelltrocknendes Mikrofaser-Badetuch nimmt kaum Platz weg und ist längst wieder trocken, wenn das klassische Frottiertuch noch klamm in der Tasche liegt. Für alle, die es dem Fluss gleichtun und ihre Habseligkeiten trocken halten wollen, ist eine wasserdichte Dry-Bag Gold wert – Handy, Schlüssel und Portemonnaie treiben so unbeschadet mit. Und weil ein Sommernachmittag ohne kühle Erfrischung nur halb so schön ist, sorgt eine kompakte Kühltasche dafür, dass Getränke und Snacks bis zum Sonnenuntergang angenehm frisch bleiben.
Dazu ein guter Sonnenschutz, eine gefüllte Wasserflasche und vielleicht ein Spiel für die Wiese – mehr braucht der perfekte Tag am Wasser eigentlich nicht.
Und wo springst Du diesen Sommer ins Wasser?
Ob Quartier-Badi, Seebad oder – mit der nötigen Vorsicht – die Fahrt auf der Aare: Auch der Trockensommer 2026 hält für jeden ein Stück Sommer bereit; er verlangt nur etwas mehr Umsicht als sonst. Verrätst Du uns Deinen Lieblingsplatz am Wasser? Und wenn Du Deine Badi-Tasche noch aufrüsten möchtest: Schau in unserem Sortiment vorbei – vom Mikrofaser-Tuch bis zur Kühltasche findest Du dort die kleinen Helfer für grosse Sommertage.