08.06.26
Erdbeer- & Beerenzeit: Überraschende Fakten über die süsseste Frucht der Schweiz
Es gibt diesen einen Moment im Juni: Du gehst am Hofladen vorbei, und plötzlich liegt dieser Duft in der Luft – sonnengereifte Erdbeeren. Jetzt, wenn die Schweizer Felder rot leuchten, beginnt die schönste Zeit für alle, die Beeren lieben. Höchste Zeit für ein paar überraschende Fakten.
Hochsaison: Jetzt schmecken sie am besten
Die Schweizer Freiland-Erdbeeren haben ihren Höhepunkt genau jetzt. In der Hauptsaison von Mitte Mai bis Mitte Juni ernten die Schweizer Produzentinnen und Produzenten 900 bis 1'100 Tonnen pro Woche. Für das ganze Jahr rechnet der Schweizer Obstverband mit rund 7'500 Tonnen – und das, obwohl die Saison im April mit bescheidenen 24 Tonnen begann. Der grosse Vorteil heimischer Beeren: Sie reifen am Strauch aus und legen nur kurze Wege zurück. Das schmeckt man.
Botanisch ist die Erdbeere gar keine Beere
Klingt verrückt, ist aber so: Die Erdbeere ist im botanischen Sinn keine Beere, sondern eine Sammelnussfrucht – eine sogenannte Scheinfrucht. Das saftige Rote, das wir essen, ist der verdickte Blütenboden. Die echten Früchte sind die rund 200 kleinen Körnchen auf der Oberfläche – winzige Nüsschen, jedes mit einem Samen darin. Die Ironie: Trauben, Tomaten und sogar Bananen sind botanisch echte Beeren, die Erdbeere nicht.
Kleine Frucht, grosse Wirkung
Erdbeeren sind echte Vitamin-C-Bomben. Mit rund 59 mg Vitamin C pro 100 g übertreffen sie sogar die Orange (ca. 45 mg) um fast einen Drittel – bei deutlich weniger Kalorien (32 statt 46 kcal). Doch das ist erst der Anfang:
- Gut fürs Herz: Eine Langzeitstudie der Harvard-Forscherin Aedín Cassidy (Fachzeitschrift Circulation, 2013) mit über 93'000 Frauen zeigte: Wer mindestens dreimal pro Woche Erdbeeren oder Heidelbeeren ass, hatte ein bis zu 32 % geringeres Herzinfarkt-Risiko. Verantwortlich sind die Anthocyane – jene Pflanzenfarbstoffe, die Beeren ihr kräftiges Rot und Blau geben.
- Gut fürs Hirn: Eine weitere Auswertung der Nurses' Health Study (Annals of Neurology, 2012) fand, dass ein hoher Beerenkonsum die kognitive Alterung um bis zu 2,5 Jahre verzögern kann.
Beerenzeit auf dem eigenen Balkon
Das Beste an Erdbeeren: Du musst keinen Garten haben, um eigene zu ernten. Ein sonniger Balkon reicht völlig. Mit einem Erdbeer-Pflanzset ziehst Du Deine eigenen Früchte im Topf oder Balkonkasten. Und wenn es später im Sommer an Heidelbeeren und Johannisbeeren geht, erntest Du mit einem Beerenpflücker in einem Bruchteil der Zeit – ganz ohne zerdrückte Früchte.
Worauf Du beim Kauf achten kannst
Schweizer Erdbeeren erkennst Du am Herkunftskleber und am Saison-Logo. Wähle Früchte mit frischem, grünem Kelch und gleichmässig roter Farbe – Erdbeeren reifen nach der Ernte nicht mehr nach. Am besten schmecken sie ungekühlt und möglichst frisch verzehrt. Also: zugreifen, solange die Saison läuft.